Mit Sprachen wachsen

"Mit Sprachen groß werden" ist ein sehr aktuelles Thema, mit dem sich ebenfalls das Staatsministerium für Kultus und Sport des Freistaates Sachsen beschäftigt sowie ein Faltblatt dazu herausgegeben hat, dessen Inhalt wir nachfolgend auszugsweise wiedergeben möchten.

 

Warum frühe Mehrsprachigkeit?

Die Fähigkeit zum Spracherwerb ist angeboren

 

Die persönliche sprachlich-kommunikative Zuwendung schafft für Kinder die Grundlage für ihren Spracherwerb. Kinder eignen sich auf diesem Wege Sprache beiläufig an. Sie konzentrieren sich darauf, ihr Anliegen zu übermitteln. Wie sie dies tun, spielt für sie zuerst keine Rolle. Ziel ist es, verstanden zu werden. Erst im Laufe ihrer Entwicklung lernen sie, Regeln der Sprache zu reflektieren und bewusst anzuwenden.

 

 

Kinder lernen Sprachen leichter

 

Der Erfolg, den Kleinkinder beim Erlernen ihrer Muttersprache - und bei zweisprachig aufwachsenden Kindern sogar von zwei Muttersprachen - haben, ist erstaunlich und verblüfft uns Erwachsene immer wieder. Vor allem, wenn wir gerade mühsam versuchen, selbst eine weitere Sprache zu erlernen. Es liegt die Idee nahe, dass es Kindern generell leichter als Erwachsenen fällt, Sprachen zu lernen.

 

 

Sprachliches Handeln ist die Voraussetzung für das Sprachenlernen

 

Viele Forscher gehen heute davon aus, dass kleine Kinder durch die zeitliche Nähe zum Erstsprachenerwerb einfach auf die oben erwähnten angeborenen Spracherwerbsmechanismen zurückgreifen, um weitere Sprachen zu lernen. So können sie die neuronalen Netzwerke, die sie für den Erstsprachenerwerb aufgebaut haben, auch gleich für den Erwerb einer weiteren Sprache nutzen. Voraussetzung ist, dass die angebotene Sprache dem Kind über die gleichen Wege zugänglich gemacht wird, wie es mit der Muttersprache passiert ist. Dies bedeutet, die Sprache wird durch kommunikatives Handeln und sprachliches Miteinander quasi beiläufig und intuitiv gelernt.

 

 

Kinder haben gute Startbedingungen für den Spracherwerb

 

Ein weiterer Erfolgsfaktor für Kinder ist die emotionale Seite beim Sprachenlernen. Hierzu gehören folgende Eigenschaften von Kindern:

 

  • Kinder haben Spaß an neuen Dingen und sind neugierig; sie sind motiviert, Neues zu lernen

  • Fremdem und Neuem zu begegnen, gehört für Sie zum Alltag und baut keine großen Barrieren auf

  • Kinder trauen sich eher zu, Neues auszuprobieren, wie zum Beispiel ein fremd klingendes Wort auszusprechen, auch wenn es nicht gleich klappt

  • Kinder und ihre Freunde akzeptieren es eher untereinander, auch mal Fehler zu machen; der Druck, immer alles richtig zu machen, ist noch nicht so stark ausgeprägt

 

 

Kinder können Vieles erreichen

 

Diese Voraussetzungen führen dazu, dass sprachliche Angebote, die über die eigene(n) Muttersprache(n) hinaus gehen, bei den Kindern viele Dinge positiv bewirken kann:

 

  • Kinder erfahren, dass es neben dem Eigenen auch das Fremde gibt, das man verstehen und schätzen lernen kann

  • Kinder entwickeln Spaß an Sprachen und ein Gefühl für Sprachen

  • Kinder entwickeln ein Bewusstsein für den Zeichencharakter von Sprache; sie wissen, dass man gleiche Dinge unterschiedlich benennen kann

  • Kinder schärfen durch den Klang einer anderen Sprache die eigene Lautverarbeitung

  • Kinder erfahren, dass man sich auch anstrengen muss, um etwas zu erreichen

 

 

 

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Methoden und Formen

des Sprachenlernens

In der Kita gibt es mehrere Wege, die Begegnung der Kinder mit Sprachen zu organisieren. Diese reichen vom gemeinsamen Singen eines fremdsprachlichen Liedes während des Morgenkreises bis hin zum bilingualen Kindergarten, in dem zwei Sprachen parallel in der Kommunikation mit den Kindern verwendet werden. Die Kita verfügt entweder über Erzieherinnen und Erzieher, die selbst mehrsprachig sind, oder sie arbeitet zum Teil mit externen Partnern zusammen, die zu bestimmten Zeiten in die Kita kommen und ein fremdsprachliches Angebot unterbreiten. Dabei geht es nicht darum, konkretes sprachliches Wissen in Form von Vokabeln oder grammatikalischen Strukturen als Voraussetzung für die Schule zu entwickeln.

In der Grundschule erfolgt ein systematischer und zielorientierter Englischunterricht in den Klassenstufen 3 und 4 für alle Schülerinnen und Schüler. Ziel ist die Entwicklung einer elementaren Kommunikationsfähigkeit. Darüber hinaus können zusätzliche Angebote Mehrsprachigkeit fördern: Hierzu zählen das intensive Sprachenlernen an ausgewählten Grundschulen oder der herkunftssprachliche Unterricht. Im außerunterrichtlichen Bereich können Arbeitsgemeinschaften, Ganztagsangebote und vielfältige Projekte dieses Angebot ergänzen. Die Leiterinnen und Leiter der Kitas und Grundschulen informieren zu den einzelnen Methoden sowie ihren Chancen und Grenzen.

 

 

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Warum Englisch?

Englisch ist die Sprache, die inzwischen überall auf der Welt gesprochen und verstanden wird. Jeder sollte Englisch beherrschen.

Zudem ist Englisch die erste verbindlich zu lernende Schulfremdsprache und in Abschlussprüfungen der deutschen Schulsysteme den Fächern Deutsch und Mathematik gleichgestellt.

 

 

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Jana Reder-Münnich

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